Vor- und Nachteile einer Due Diligence (Unternehmensprüfung)
Due Diligence bedeutet so viel wie: Erforderliche Sorgfalt. Sie wird eingesetzt bei der Prüfung eines Targets für einen Unternehmenskauf, aber auch bei Umwandlungsmaßnahmen, d.h. Verschmelzungen oder Spaltungen.
Wenn man sich dafür oder dagegen entscheiden möchte, eine Due Diligence durchzuführen, muss man die verschiedenen Perspektiven mitdenken:
- Geht es um die Verkäufer- oder die Käufersicht?
- Wer verfolgt welche (strategischen) Ziele?
- Kann eine Due Diligence mir etwas bringen, insbesondere vor dem Hintergrund einer Kosten-Nutzen-Analyse?
1. Die Due Diligence kann Grundlage für Ansprüche wegen Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten sein, v.a. dann, wenn der Käufer konkrete und gezielte Fragen an den Verkäufer gerichtet hat.
Andersherum kann der Verkäufer die Gefahr minimieren, wegen einer angeblichen Verletzung von Aufklärungspflichten in Haftung genommen zu werden, wenn
- er dem Käufer die Möglichkeit eingeräumt hat, Unterlagen prüfen zu können und
- die realistische Erwartung besteht, dass der Käufer diese auch sichtet
2. Die Due Diligence stellt die wesentlichen Weichen für den späteren Garantiekatalog im Unternehmenskaufvertrag und das Rechtsfolgenregime bei Garantieverletzungen.
3. Die DD wirkt sich darauf aus, ob – für den Verkäufer positiv – Garantieansprüche des Käufers wegen Kenntnis oder fahrlässiger Unkenntnis bestimmter Umstände ausgeschlossen sind.
4. Die Ergebnisse einer Due Diligence wirken sich auch auf die Kaufpreisgestaltung aus. Im Ramen einer DD offen zu Tage tretende Mängel führen oft – für den Käufer positiv – zu einer Kaufpreisreduktion.
5. Eine Verkäufer-DD hilft dem Verkäufer, Defizite im Unternehmen aufzuspüren, Baustellen zu beseitigen und so die Voraussetzungen für einen möglichst hohen, erzielbaren Kaufpreis zu schaffen.
An die DD werden oft eigenständige Regelungen im Kaufvertrag geknüpft (z.B. dass Unterlagen an sichtbarer und nicht irreführender Stelle im Datenraum zur Verfügung gestellt wurden), das wirkt sich ebenfalls auf Garantieansprüche aus.
6. Die Due Diligence hilft oftmals auch erst, beurteilen zu können, in welcher - steueroptimalen - Form die Transaktion durchzuführen ist: Als Asset Deal, Share Deal oder im Wegen einer Umwandlung.
Achtung:
Bei der Offenlegung von Unterlagen und Informationen im Rahmen der DD haben die Organe des Targets darauf zu achten, dass sie sich keinen Haftungsrisiken gegenüber der Zielgesellschaft wegen der Preisgabe von Interna aussetzen.
Daher ist u.a. penibel auf den Abschluss eines angemessenen NDA zu achten. Ggf. sind auch zuvor Gesellschafterbeschlüsse bzw. Zustimmungen einzuholen, die die Offenlegung erlauben.
Ihnen brennen Fragen zur Due Diligence auf der Seele? Sie stehen kurz vor einem Unternehmenskauf oder -verkauf und benötigen noch die richtige Strukturierung und Begleitung? Sie sind nicht im luftleeren Raum allein gelassen. Kontaktieren Sie uns und wir sprechen gemeinsam mit Ihnen über den anstehenden M&A-Prozess. Wir helfen Ihnen, den Deal über die Bühne zu bringen - dies rechtssicher und steueroptimal!